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Die Zeit gehört uns – Widerstand gegen das Regime der Beschleunigung Sozialethikprofessor Friedhelm Hengsbach (SJ) zu Gast in Gilching am 23. Oktober um 20 Uhr im Pfarrsaal St. Sebastian

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum ihrer Pfarrkirche hatte die katholische Pfarrei St. Sebastian zusammen mit der pax christi Gruppe Gilching, die auf ihr 30jähriges Bestehen zurückblickt, Friedhelm Hengsbach (SJ) als Referenten zu einem Vortrag über ein hochaktuelles Themengebiet eingeladen.

Hengsbach war bis 2006 Professor für Christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main und ist Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik.

Er fesselte die über 100 Zuhörer mit einem anschaulichen und lebendigen Vortrag über sein neuestes Buch, in dem er sich mit dem Phänomen der Zeit in unserer Gesellschaft beschäftigt.

Offenbar hat er mit seinem Thema einen Nerv unserer Zeit getroffen, denn der Pfarrsaal war bis auf den letzten Platz mit konzentriert lauschenden Zuhörern besetzt, als er mit seinen Überlegungen zu Zeitdruck und Beschleunigung des Lebenstempos in unserer Gesellschaft begann.

Mit Hilfe zahlreicher Beispiele aus dem alltäglichen Leben verdeutlichte Hengsbach, dass wir in der Gegenwart offenbar schneller leben als vor 50 Jahren, als ein Werbespot schon mal sechs Minuten dauern konnte. Er ging auf den dicht gedrängten Terminplan etwa von Schülern ein, der wiederum für Stress bei den als „Mamataxi“ fungierenden Müttern sorgt, oder die Belastung durch das Kommunizieren über Internet oder Mobiltelefon, welche die Erwartungshaltung erzeuge, dass der Kommunikationspartner immer erreichbar sei und prompt reagiere. Arbeitszeiten, auch Nach- und Schichtarbeit, die häufig Hektik in den Familien erzeugten, seien nicht selten primär an Unternehmerinteressen ausgerichtet.

Als eine der Ursachen dieser Beschleunigungsgesellschaft machte Hengsbach die Finanzmärkte und die technisch basierte Abwicklung ihrer Geschäfte aus. In Zeiten von Börsenmaklern hätten diese nur fünf Geschäfte pro Minute tätigen können. Heute, in Zeiten des Hochfrequenzhandels, würden im gleichen Zeitraum Milliarden von Transaktionen durchgeführt.

Diese Entwicklung strahle zunächst auf die börsennotierten Unternehmen aus, dann auf die Staaten, schließlich auf die Arbeitsverhältnisse und damit auch auf die Privatsphäre, weil all diese Bereiche inzwischen so ineinander griffen, dass ein Ausklinken aus diesen Mechanismen mittlerweile kaum mehr möglich sei.

„Zeit“ sei eine Beziehungsgröße, entwickelte Hengsbach von der Zeitdefinition des Kirchenlehrers Augustinus (354-430 n. Chr.) ausgehend, und basiere auf der Abstimmung verschiedener Abläufe, etwa unserer inneren Rhythmen mit den von Himmelskörpern bestimmten natürlichen oder denen von Märkten, Mächtigen oder Prozessen politischer Verständigung.

Daraus ergab sich die abschließende Frage Hengsbachs, wie nämlich die gesellschaftlichen Teilsysteme Politik, Bildung, Familie etc. die Übergriffe des Finanz- und Wirtschaftssystems abwehren könnten. Hengsbach plädierte für eine „Zeitrebellion“, z. B. mit Hilfe eines sinnvollen Zeitmanagements, einer entschleunigten und zugleich ökologischeren Lebensweise, für mehr Mitbestimmung in Unternehmen, eine gerechtere Arbeitsaufteilung zwischen Frauen und Männern in einer solidarischen Halbtagsgesellschaft und mehr Zeit für Kinder, außerdem dafür, dass ein humanes Zeitmaß als Wohlstandsindikator einzuführen sei, welches das Wirtschaftswachstum als Orientierungsmarke ablösen solle.

Um Auswege aus der Beschleunigungsfalle zu finden, reiche nach Hengsbachs Meinung das Handeln Einzelner nicht aus, eine politische Bewegung - ähnlich der ökologischen - tue Not.

Weitere Infos und Fotos finden Interessierte auf der Internetseite der Pfarrgemeinde unter
www.st-sebastian-gilching.de

Katholische Pfarrgemeinde St. Sebastian | Bei uns veröffentlicht am 25.10.2013 | Aktualisiert am 25.10.2013


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