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Gilching

Zehn Jahre Helfer vor Ort - BRK Gilching half bereits mehr als 6000 Patienten

Gilching. Am 1. Juli 2004 wurde der Rettungswagenstandort im benachbarten Oberpfaffenhofen aus Kostengründen gestrichen. Konsequenz für Gilching waren deutlich längere Anfahrtszeiten für den Rettungsdienst aus den benachbarten Wachen Germering, Gauting oder Seefeld. Um eine Verschlechterung in der notfallmedizinischen Versorgung zu verhindern, startete das BRK Gilching an diesem Stichtag das ehrenamtliche Helfer-vor-Ort-Projekt. Seit mittlerweile über zehn Jahren überbrücken die Sanitäter mit gezielten Erstmaßnahmen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und haben in dem Jahrzehnt über 6000 Gilchingern geholfen. So wie Dominik Zäuner. Wenn der 29-jährige Softwareentwickler seinen Helfer-vor-Ort (HvO) Dienst antritt, liegen meist 24 Stunden Bereitschaft vor ihm, manchmal auch mehr. Doch lange Dienstzeiten stören ihn nicht. Wie die anderen Team-Mitglieder des HvO, fährt Dominik von zuhause aus zu den Einsätzen. Dann wird nebenher Papierkram erledigt, die Wohnung aufgeräumt, gelesen oder am Computer gearbeitet. Bei sich trägt er stets einen Funkempfänger. Geht ein Notruf aus Gilching in der Rettungsleitstelle Fürstenfeldbruck ein, werden er, ein Rettungswagen aus den umliegenden Wachen Germering, Gauting oder Seefeld sowie je nach Meldebild der nächste Notarzt zeitgleich alarmiert. Ein schriller Alarmton ertönt dann und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Sekunden später sitzt Dominik im Helfer-vor-Ort-Fahrzeug. Über Funk erfährt er die Einsatzadresse sowie das Meldebild. Mit Blaulicht geht es dann über rote Ampeln auf kürzestem Wege zum Einsatzort. „Man weiß nie, was einen erwartet“, erzählt Dominik und rechnet stets mit allem: „Eine starke Blutung kann sich als harmloser Schnitt in die Fingerkuppe erweisen, ein normalerweise gut behandelbarer Kreislaufkollaps als Herz-Lungen-Wiederbelebung“, so seine Erfahrungen.

Erheblicher Zeitvorteil

Bei der so genannten Reanimation ist er ganz besonders gefordert. Faustregel: Mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinken die Überlebenschancen des Patienten um zehn Prozent. Gerade bei diesen Einsätzen hat der HvO einen lebenswichtigen Zeitvorteil gegenüber dem Rettungsdienst. Jeder Handgriff muss also sitzen. Doch so stressig solche Situationen auch sein mögen: Es sind nicht Reanimationen, die Dominik belasten. Den Ablauf übt das gesamte HvO-Team jährlich in einem intensiven Training. Am Ende steht sogar eine Prüfung, die die praktischen Fähigkeiten dokumentiert. An die Nieren gehen ihm Einsätze, bei denen er Patienten in seinem Alter gegenübersteht, etwa bei einem Verkehrsunfall oder einem Suizid in einer scheinbar ausweglosen Situation. Dann helfen Gespräche mit vertrauten HvO-Team-Mitgliedern über das Erlebte hinweg. „Das Miteinander und die vielen Freundschaften im BRK Gilching sind für mich die Motivation, weshalb ich mich unglaublich gerne engagiere“, bringt es Dominik auf den Punkt – ehrenamtlich, freiwillig und unentgeltlich.

BRK Gilching | Bei uns veröffentlicht am 13.08.2014


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